# 494 © Hilmar Alquiros, Philippines 

 

 

Goethe

 Name ist Schall und Rauch Goethe  
What's in a Name? Shakespeare

 

 Goethe’s top-ranked genius is easier to understand when you are able to read his incredible work in the original German language.

 Goethes hochrangiges Genie ist leichter zu verstehen, wenn man sein unglaubliches Werk in der deutschen Originalsprache lesen kann.

 Every line in a poem (8 volumes), every paragraph in a narrative, every detail in a description, are so incomparably precise, sublime, deep…

 Jede Zeile in einem Gedicht (8 Bände), jeder Absatz in einer Erzählung, jedes Detail in einer Beschreibung, sind so unvergleichlich präzise, erhaben, tief...

 Shakespeare’s vocabulary (used in work) was impressive (30,000 words), Goethe’s was unique, and beyond all imagination: 90,000 words, so extensive that a dedicated dictionary exists cataloguing every word he ever used.

 Shakespeares Wortschatz (der in der Arbeit verwendet wurde) war beeindruckend (30.000 Wörter), Goethes war einzigartig, und jenseits aller Vorstellungskraft: 90.000 Wörter, es gibt ein eigenes Wörterbuch mit allen seinen jemals verwendeten Wörtern!

 As a boy of 12 he wrote formally perfect sonnets in German, English and French… studying Latin and Greek deeply, of course - oh, and aged 11, he asked his father to allow (and pay) him to study …Hebrew (lifelong studies of the Old Testament)!

 Als Junge von 12 Jahren schrieb er formal perfekte Sonette in Deutsch, Englisch und Französisch... und lernte dabei natürlich Latein und Griechisch - oh, und mit 11 Jahren bat er seinen Vater, ihm zu erlauben (und zu bezahlen), Hebräisch zu studieren... (lebenslanges Studium des Alten Testaments)!

 The mere range of scientific interests, geological collections, public professions, his fine drawings and aquarelles (I enjoyed some of them here in his apartment in Rome!), beside his gigantic written work (~ 40 volumes), culminating in FAUST (none of the very good(!) English translations can express its richness between the lines in German for a native speaker)…

 Allein die Bandbreite seiner wissenschaftlichen Interessen, geologischen Sammlungen, öffentlichen Berufe, seine feinen Zeichnungen und Aquarelle (einige davon habe ich hier in dieser seiner Wohnung in Rom genossen!), neben seinem gigantischen schriftlichen Werk (~ 40 Bände), das in FAUST gipfelt (keine der sehr guten(!) englischen Übersetzungen kann seinen Reichtum zwischen den Zeilen auf Deutsch für einen Muttersprachler ausdrücken)...

 His autobiography (Dichtung und Wahrheit), his cooperation with Schiller (Xenien), this genius and friend (not self-evident between two giants), whose scull stood later, after Schiller’s death, on his desk… wherever you start to go into his work, you breathe in the breathtaking and amazing maze of inner worlds, created by a genius of the millennium.

 Seine Autobiographie (Dichtung und Wahrheit), seine Zusammenarbeit mit Schiller (Xenien), diesem Genie und Freund (nicht selbstverständlich zwischen zwei Giganten), dessen Schädel später, nach Schillers Tod, auf seinem Schreibtisch stand... wo immer man sich in sein Werk hineinbegibt, atmet man das atemberaubende und erstaunliche Labyrinth der inneren Welten ein, das von einem Jahrtausendgenie geschaffen wurde.

 This unbelievable colorful creativity cannot be measured in “IQ” or any ridiculous reduction like that – Goethe was the last Renaissance Man after Leonardo da Vinci and Leibniz.

 

 Diese unglaubliche farbenfrohe Kreativität lässt sich nicht in "IQ" oder irgendeiner lächerlichen Reduktion messen - Goethe war das letzte Universalgenie nach Leonardo da Vinci und Leibniz.

 

 Johann Wolfgang von Goethe’s genius is easiest to grasp when one reads his work in the original German.

 Every line of poetry, every paragraph of prose, and every detail of description displays an incomparable precision, depth, and sublimity.

 William Shakespeare’s vocabulary is often estimated at around 30,000 words; Goethe’s, by contrast, is said to exceed 90,000 — so vast that a dedicated dictionary exists cataloguing every word he ever used.

 Already at the age of twelve, Goethe was writing formally accomplished sonnets in German, English, and French, while simultaneously studying Latin and Greek in depth. His intellectual range extended far beyond literature: his scientific interests, geological collections, and professional activities are remarkable, as are his finely executed drawings and watercolors (some of which I had the pleasure of seeing in his Roman apartment).

 Add to this his monumental literary output – filling some forty volumes – culminating in Faust, whose richness and linguistic power no English translation can fully convey to a native speaker of German.

 His autobiography Dichtung und Wahrheit and his collaboration with Friedrich Schiller on the Xenien stand as further testimony to the extraordinary creative dialogue between two giants of literature. After Schiller’s death, Goethe even kept his friend’s skull on his desk – a gesture both unsettling and deeply revealing.

 Wherever one begins to explore Goethe’s work, one is drawn into a breathtaking labyrinth of inner worlds, shaped by a mind of truly millennial stature. Such an explosion of colourful, multifaceted creativity cannot be meaningfully reduced to an “IQ” score or any similar metric. Goethe stands as the last true Renaissance figure – after Leonardo da Vinci and Gottfried Wilhelm Leibniz – whose genius defies quantification.

 Das Genie Goethes erschließt sich am leichtesten, wenn man seine Werke im deutschen Original liest.

 Jede Zeile der Dichtung, jeder Absatz der Prosa und jedes Detail der Beschreibung zeugen von einer unvergleichlichen Präzision, Tiefe und Erhabenheit.

 Der Wortschatz Shakespeares wird häufig auf etwa 30.000 Wörter geschätzt; derjenige Goethes hingegen soll über 90.000 Wörter umfassen – so umfangreich, dass es ein eigenes Wörterbuch gibt, in dem jedes von ihm jemals verwendete Wort verzeichnet ist.

 Bereits im Alter von zwölf Jahren schrieb Goethe formal vollendete Sonette auf Deutsch, Englisch und Französisch, während er sich gleichzeitig intensiv mit dem Studium des Lateinischen und Griechischen beschäftigte. Sein geistiger Horizont reichte weit über die Literatur hinaus: Seine naturwissenschaftlichen Interessen, seine geologischen Sammlungen und seine beruflichen Tätigkeiten sind ebenso beeindruckend wie seine fein ausgeführten Zeichnungen und Aquarelle (einige davon konnte ich mit Vergnügen in seiner römischen Wohnung sehen).

 Hinzu kommt sein monumentales literarisches Werk – rund vierzig Bände umfassend –, das in Faust gipfelt, dessen sprachliche Fülle und Ausdruckskraft keine englische Übersetzung für einen deutschsprachigen Leser vollständig wiederzugeben vermag.

 Seine Autobiographie Dichtung und Wahrheit sowie seine Zusammenarbeit mit Schiller an den Xenien sind weitere Zeugnisse eines außergewöhnlichen schöpferischen Dialogs zweier literarischer Giganten. Nach Schillers Tod bewahrte Goethe sogar dessen Schädel auf seinem Schreibtisch auf – eine gleichermaßen verstörende wie aufschlussreiche Geste.

 Wo immer man beginnt, Goethes Werk zu erkunden, gerät man in ein atemberaubendes Labyrinth innerer Welten, geformt von einem Geist von wahrhaft jahrtausendhafter Größe. Eine derart farbige, vielgestaltige Kreativität lässt sich nicht sinnvoll auf einen „IQ“ oder irgendeine andere derartige Reduktion zurückführen. Goethe steht als letzter wahrer Renaissance-Mensch – nach Leonardo da Vinci und Leibniz –, dessen Genie sich jeder Quantifizierung entzieht.

https://www.quora.com/Why-is-Goethe-consistently-ranked-among-top-five-greatest-geniuses-of-all-time

 

 Was entlarvt ein Jahrtausend-Genie? Diese relativen reifen Gedichte, auch formal! - schrieb der Knabe Goethe in dem unfassbaren Alter von nur 7 Jahren (!):

 

An die Großeltern Textor - bei dem erfreulichen Anbruche des 1757. Jahres (*1749)

 

Erhabner Groß-Papa! Ein Neues Jahr erscheint,

Drum muß ich meine Pflicht und Schuldigkeit entrichten,

Die Ehrfurcht heißt mich hier aus reinem Herzen dichten,

So schlecht es aber ist, so gut ist es gemeint.

 

Gott, der die Zeit erneut, erneure auch Ihr Glück,

Und kröne Sie dies Jahr mit stetem Wohlergehen;

Ihr Wohlsein müsse lang so fest wie Zedern stehen,

Ihr Tun begleite stets ein günstiges Geschick;

 

Ihr Haus sei wie bisher des Segens Sammelplatz,

Und lasse Sie noch spät Möninens Ruder führen,

Gesundheit müsse Sie bis an Ihr Ende zieren,

Denn diese ist gewiß der allergrößte Schatz.

 

*

 

Erhabne Groß-Mama! Des Jahres erster Tag

Erweckt in meiner Brust ein zärtliches Empfinden,

Und heißt mich ebenfalls Sie jetzo anzubinden

Mit Versen, die vielleicht kein Kenner lesen mag;

 

Indessen hören Sie die schlechten Zeilen an,

Indem sie wie mein Wunsch aus wahrer Liebe fließen.

Der Segen müsse sich heut über Sie ergießen,

Der Höchste schütze Sie, wie Er bisher getan.

 

Er wolle Ihnen stets, was Sie sich wünschen, geben,

Und lasse Sie noch oft ein neues Jahr erleben.

Dies sind die Erstlinge, die Sie anheut empfangen,

Die Feder wird hinfort mehr Fertigkeit erlangen.

 

 Goethes erste Gedichte in Dichtung und Wahrheit ... mit 7 Jahren(!!) unvergleichlich, unvorstellbar.

 

 

# 494: Goethe.

V 2020

 

Photos:

Goethe’s Roman Apartment, Via del Corso – taken during our visit! © Hilmar & Lilian Alquiros.

http://www.gutenberg2000.de/goethe/gedichte/textor.htm

https://www.deutschelyrik.de/an-die-grosseltern-textor-1757.html

 

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