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1.Auflage: 1992/X by Hilmar Alquiros ( h.e.)

 

 

Beziehungs-Weise

Gedichte 1965 ff.

 

 

liebe

 

ich habe mich gebäumt vor schuld

und Du vor schmerz,

noch immer schenkst Du mir geduld

und nicht Dein herz

 

ich schlucke silbergraue tränen

in mich hinein,

ich habe mich gebäumt vor sehnen -

es sollt' nicht sein ...

 

 

 

kleiderbügeltango

 

denn der kleiderbügel

war mein schultergürtel,

und die schulter war

leicht ausgerenkt

 

und Dein sorgenhügel

ein familienbürdel,

und das war genauso

wie man denkt

 

denn das äuß're elend

war ein inn'res leiden,

und 'n katzenjammer

war's dazu

 

war's für beide quälend

dann gehört's auch beiden,

und nun bin ich ich

und Du bist Du ...

 

 

 

beziehungskiste

 

Du verstehst nicht,

warum ich Dich nicht

so verstehe,

wie Du es magst

 

Du glaubst nicht,

dass ich an Dich

glauben kann,

ohne Dir zu trauen

 

Du magst nicht,

dass ich verstehe,

warum Du glauben möchtest,

es läge an mir ...

 

 

 

auf-schluß

 

was fürchtest Du Dich so vor der blamage,

ein wesen voller offenheit zu sein?

aus angst vor Deiner eigenen courage

stellst Du Dir leidenschaftlich selbst ein bein

 

wo ist das traumhaft sichere ziel verblieben -

Du wolltest wie ein berg - und wie ein tal sein,

so kannst Du nicht einmal das lieben ... lieben,

und gerade hierin könntest Du genial sein ...!

 

 

 

soziogramm

 

nicht zwischen ich und Dir

und mein und Dich,

nicht zwischen Du und mir

und Dein und mich,

 

bloß zwischen uns und Euch

kann ich noch trennen -

man muss so'n wirres zeug

wohl liebe nennen ...

 

 

 

zweifel-los

 

Dein verzweifelter angriff

auf die liebe

entsprang

reiner

angst

 

Dein zweifelloser sieg

über die angst

entsprang

reiner

liebe

...

 

 

 

motto

 

suche ständig,

finde manchmal -

verlier' dich nie ...

 

 

 

entmannung

 

und ob ich auch zweifelte,

klagte und schrie,

im innern verletzt und

verschrammt war

 

erstarrte, zitterte,

schluckte und spie,

verdammte und selbst

nur verdammt war

 

vermehrte ich sinnlos

geknotetes leid,

geknüpft an den galgen

von gestern

 

nun hab' ich mich endlich

und gänzlich befreit,

so folgt mir doch nach -

liebe schwestern!

 

 

 

sohnschaft

 

zehn jahre ist es heute her,

es schmerzt, als ob es gestern wär',

dir nur verdank ich raum und zeit

und auch den sinn für... weiblichkeit -

mehr noch als worte und auch taten:

du hast mich wirklich nie verraten ...

 

24.5.1984

 

 

 

frei-schein

 

menschen, die sich selbst befreien

von der partnerbürde -

von gewissens-innereien,

von der sanftmut zu verzeihen,

und der menschenwürde ...

 

menschen, die zu tode grinsen,

was einst lieb und wert war -

geht die liebe in die binsen,

zahlt das leben zinseszinsen:

weil's halt grundverkehrt war ...

 

menschen, die ihr nest beschmutzen,

über leichen gehn -

alle andern nur benutzen,

ihre hoffnungsflügel stutzen -

und den weg nicht sehn ...

 

 

 

Geheimfach

 

Für jede Schwingung bist Du offen,

Für Rosenquarz und Mondenlicht,

Und Haus und Hof darf auf Dich hoffen -

Nur innen drin, das sieht man nicht ...

 

So faszinierend wie die Augen

Ist Deine Seelen-Innensicht,

Wie prächtig magst Du allen taugen -

Nur Dein Geheimnis sieht man nicht ...

 

Juwelen reifen, Jahr um Jahr,

Und spenden gar im Dunkeln Licht,

ein jeder nimmt Dich gerne wahr -

Bis auf’s Geheimste - oder nicht ...?!

 

 

 

Drei-Faltigkeit

 

Das Leben lacht mit tausend kleinen Falten

Und drückt zuweilen auch ein Auge zu,

Doch die Beziehung zwischen „Ich“ und „Du“

Zeugt neue humoristische Gewalten

 

Der Spaß wird ernst, wo Dreie sich beschummeln

Als seien jeweils Zweie fest ein Paar

In lauen Nächten, sagt man, werde klar,

dass sich Hormone in den Gliedern tummeln

 

Man greift hinein ins volle Menschenleben

Was immer möglich sei, das darf und kann sein

Und lässt den lieben Gott ‘nen guten Mann sein

 

Und nimmt und überlässt den anderen das Geben.

So die Moral der Gattung im Sonett:

Bleib’ cool, im Leben und erst recht im Bett ...

 

 

 

verlangen

 

wenn Du nach mir verlangst,

  werd' ich bescheiden -

streicht da ein duft von angst

  an meine saiten?

 

verlangen voller nichtigkeit,

  bescheidung ohne sinn -

die frage scheint von wichtigkeit,

  was ich Dir bin ...

 

 

 

impertinenz

 

da hat auch ohnmacht ihre grenzen

und lässt der wahrheit freien lauf -

da muss die tat das wort ergänzen,

sonst hockt die lüge obenauf

 

du brichst das schicksal aus den nähten

und willst noch, dass man für dich bürgt -

frisst man den fisch mitsamt den gräten,

wen könnt es wundern, dass man würgt?

 

 

 

endlösung

 

zielscheiben waren sie

am rande der lichtung,

mit kapuzen voller schweiß -

das pochen der herzen

dröhnte todessüchtig und wild,

hundert watt! lachten die blinden

und legten gefühlvoll an -

kraftlinien statt farbenklang,

radar der angst,

bis auch der letzte

der sehenden

erlösung

trank ..

 

 

 

winter-taumel

 

der schnee verliert sich lautlos in den dächern

und das gespenst der umkehr schleicht herum

die menschen heimeln sich an warmen bechern

und seufzen, aber wissen nicht, warum

 

die bäume mahnen stumm und ohne gnade

und selbst die stille tönt nun hohl und wund

die realisten finden alles denkbar schade -

selbst die verliebten zweifeln wieder, mund an mund ..

 

 

 

ent-trauung

 

ich bin so frei und ungeliebt,

so uferlos entpaart -

ein wort, das einen blick verschiebt,

von zärtlich erst auf hart

 

so ungeliebt bin ich und frei,

ein spielball der ent-trauung -

erst eins, dann zwei, dann einerlei

und fern der weltanschauung

 

ob frei, ob ungeliebt: ich bin!

und fast noch heil geblieben -

vielleicht liegt ein gewisser sinn

im ungeliebten lieben ...

 

 

 

entwicklung

 

punktelisten mit systemchen

  nahmen plötzlich überhand,

kommunikationsproblemchen

  narrten beiderlei verstand

 

alltagswiderspruch entblößt sich,

  nichts geht vor und nichts zurück -

doch mit einem male löst sich

  Deine schlaufe und mein blick

 

was schon ende schien der reise,

  die doch gerade erst begann -

öffnet so in gleicher weise

  Dich, die frau, und mich, den mann ...

 

 

 

gezeitenwechsel

 

wir waren weiblich und wir waren männlich

und manches schöne jahr ganz unzertrennlich,

dann klopfte der vertrauensbruch ans fenster -

wo liebe geht, da kommen schreckgespenster

 

die nacht voll streit, am tag dann die klienten,

schon misst die liebe sich nach alimenten -

nicht die vergangenheit lockt unbeschreiblich,

die zukunft - und die ist bekanntlich .. weiblich!

 

 

 

nachruf

 

ich hatte Dir ins herz geblickt

mit worten und mit taten -

es hat uns kurze zeit erquickt,

dann hast Du's mit der angst gekriegt

und uns ganz still verraten

 

ich hatt' es einfach gut gemeint,

vertieft und doch erhaben -

mein innerstes mit Dir vereint,

Du hast das äußerste verneint,

nun lass es uns begraben ...

 

 

 

lebenslicht

 

ob Du nun da bist oder nicht,

ich seh' Dich jeden tag -

noch gibst Du meinem leben licht,

weil ich Dich eben mag

 

mein herz lässt Du oft höher schlagen

und merkst es nicht einmal -

das rollenspiel ist ein verzagen,

die wahrheit eine qual ...

 

 

 

spätsommer

 

ich habe den sommer des lebens

mit Dir verbracht,

hab' keine minute vergebens

geweint und gelacht

 

mal finstere zeiten durchlitten,

mal wunder gesehn -

nun sind alle bande durchschnitten,

um fortzugehn

 

die sehnsucht war von uns geschieden,

die zukunft liegt brach -

ich wünsch' Dir das beste - auch frieden

für den herbst und danach ...

 

 

 

empfindungsbrei

 

von weitem schau' ich meinem

  entsetzen zu -

ich fühl' mich ausgeliefert,

  genau wie Du

 

das messer der verzweiflung,

  wie Du es nennst -

erstach mein letztes hoffen

  wie ein gespenst

 

unwiederbringlichkeiten

  zerstäuben sacht -

in meinem ohr verfängt sich

  das lied der nacht

 

ein letzter tropfen wehmut

  verrinnt im nu -

von innen schnürt sich langsam

  die sehnsucht zu

 

als letzten halt versäum' ich

  den todesschrei -

mein fühlen stirbt in schalem

  empfindungsbrei

 

ein leben voller qualen

  lag endlos brach

mein eignes auge grinst mir

  noch lange nach ...

 

 

 

mit-leid

 

wie jenes floß

  im meer der reue

    zerschellt auch Dein gewissen

 

wie ankerlos

  und stets aufs neue

    verheulst Du Deine kissen

 

wie ein warum,

  das mitleid hegt

    versagt nun die methode

 

drum stirbst Du dumm

  und unbewegt

    noch viele tode ...

 

 

 

frühlingsrequiem

 

komm, blindes mädchen, sei unbeschwert,

schnuppere die düfte -

noch hat die liebe dich nicht verzehrt,

schwing deine hüfte

 

komm doch, du seltsames himmelsgrün,

spreng dein gefängnis -

schon zwischen blüten und wolkenzieh'n,

weht dein verhängnis

 

komm nur, du sterbliches, blindes glück,

schmerz fast zuletzt schon -

komm' nur und gib' dich dem tod zurück,

liebend-gern jetzt schon ...

 

 

 

abwehr-kräfte

 

die opfergabe sublimierung

verängstigt durch beengung,

es münden in die isolierung

verleugnung und verdrängung

 

ein feigenblatt des schuldgefühls

von innen her an die lende

und Dein bewusstsein teilt sich kühl

durch spanische innenwände ...

 

 

 

betroffenheit

 

alles pulsen greift ins leere

möcht' ich der gedankensphäre

fundament sein -

liebeslust wird zu chimäre,

leichtsinn wird zur erdenschwere

im getrennt-sein

 

alles sterben greift ins leben,

übernehmen, übergeben

und ein hoffen -

und so macht das lustbestreben

noch im letzten seufzer eben

echt betroffen ...

 

 

 

neuwahlen

 

in der distanz des neuen mutes

erkennt man leicht, was schwerer wiegt,

die leidenschaft des bösen blutes

verliert sich, wo die liebe siegt

 

das kernstück aller neubelebung

heißt: keine suche mehr nach schuld,

befreiung ist schon halb vergebung,

die andre hälfte heißt - geduld

 

bei aller redlichkeit und reinheit

plagt doch ein zweifel kopf und bauch:

vergebung kennt noch eine feinheit -

die frage nämlich ... Du mir auch ?!

 

 

 

danach

 

die hand, die Deine hand

ergriffen hatte,

ist frei

 

das leid, das auch Dein leid

entziffert hatte,

vorbei

 

die welt, die Deine welt

im innersten

durchwühlte

 

der geist, der Deinen geist

unendlich nahe

fühlte

 

die lust, die Deine lust

ehrfürchtig fast

umwarb

 

der schmerz, der wie Dein schmerz

so mir nichts Dir nichts

starb ...

 

 

 

gleichheits-zeichen

 

lass mich Dir Dein haar zerzausen,

aber häng' Dich nicht an mich -

gönn' mir ein, zwei atempausen,

denk' daran - ich bin auch ich .. .

 

lass mich Deine größe schauen,

treibe keine schulden ein -

schenke mir Dein urvertrauen,

lass mich auch ich selber sein ...

 

finde mich auch ruhig mal gräßlich,

deck' nicht meine fehler zu -

sei nicht so partout verlässlich,

denk' daran - Du bist auch Du ...

 

gib der zukunft eine chance,

schlaf' nicht ein wie hinz und kunz -

gönn' uns beiden die balance:

Dir und mir und uns ...

 

 

 

bleib

 

ich liebe Dich schon im erwachen

und eigentlich den ganzen tag,

den ernst an Dir und auch Dein lachen -

und was ich sonst noch an Dir mag ...

 

zwar war Dein blick zuweilen linder,

doch bleibst Du immer wunderbar,

ich liebe Dich kein quäntchen minder -

bleib' da, geliebte, bleib' doch da ...

 

 

 

himmelskörper

 

die sonne quält sich durchs gebüsch

und wächst im untergang -

das leben scheint oft fürchterlich

in seinem blinden drang

 

der mond ist noch einmal so nett

und rückt an ihre stelle -

und leuchtet unsrem liebesbett

mit sonnenhafter helle

 

die sterne wechseln tag und nacht

das glück auch mit den jahren -

wird uns der schutz der himmelsmacht

noch einmal widerfahren?

 

nur, wenn wir unisono ihn

aus beiden kehlen rufen,

gelingt uns, was so schwer erschien

als letzte seelenstufen ...?

 

 

 

reise-ziele

 

nach Paris und nach Versailles

ungeklärtes streben -

eilig huscht die zeit vorbei,

seltsam wie das leben

 

ungebunden - mit dem bus

fast zu freundschaftspreisen -

zwischen tränen und genuss

in die zukunft reisen

 

in den straßen, im bistro:

menschliches gewühle -

überall und nirgendwo

klärende gefühle

 

fahrt in die vergangenheit

oder zukunftszeiten -

lassen einzeln und zu zweit

blick und seele weiten

 

welcher anfang, welcher sinn,

der mir nun verbliebe -

wohin reist das leben hin,

wohin fährt die liebe ...?!

 

 

 

nähe

 

nähe - ohne fernzulenken,

freundschaft - ehrlich auf die hand -

lass mich aber selber denken,

raub' mir nicht noch den verstand

 

nähe - wenn es darauf ankommt,

bleib doch, wenn ich sage: geh' -

und weil jeder einmal drankommt,

gilt für mich der gleiche dreh

 

nähe - wie die erde da ist,

wenn der blitz den wald verwirrt -

unbegreiflichkeit, die nah ist,

wenn der schmerz begriffen wird ...

 

 

 

zeitreise

 

wanderung ins nächste jahr,

liebe kann auch mut sein -

sag' mir nicht, was gestern war,

wozu soll das gut sein

 

schritte, die man nie vergisst,

nicht in kopf und bauch -

sag' mir nicht, was heute ist,

denn das seh' ich auch

 

wege, die man unbeirrt

geht, entlang den klippen -

sag' mir nicht, was morgen wird

zwischen unseren lippen ...

 

 

 

abschied

 

ewig wird die liebe schwelen,

tief und wund -

fürchterlich wirst Du mir fehlen,

blick und mund

 

endlos werd' ich Dich betrauern

schmerzbewusst -

eingeschnürt von all den schauern

stiller lust

 

einsam durch der lebenswunden

todesdrang -

unerträglich die sekunden

lebenslang

 

schrecklich werd' ich Dich vermissen,

still beweint -

lass uns nun zum abschied küssen,

tief vereint ...

 

 

 

geräusche

 

kettenrasseln

durch die träume

von freiheit

 

matratzenspuk

in der tragik

des scheiterns ...

 

 

 

wüstenschnee

 

die große reine linie scheint gebrochen,

fatal die bräune Deines bleichgesichts -

den braten hab ich lange schon gerochen

trotz meines körnerfresser-gleichgewichts

 

im samen einer wüste schimmert schnee -

wem nützt das vampirieren einer minne,

die liebe schmeckt so gut wie eh und je:

der sinn des lebens ist das leben aller sinne!

 

 

 

abreise

 

ich verlasse Dich,

durchfliege wieder

Deine identität,

Dein seelenorchester,

 

Deine hände,

Deine soziale haut -

ich verlasse Dich

auf meinem weg

zu Dir ...

 

 

 

ent-bindung

 

ein wertehaus verfiel in schutt und asche,

ich reich' Dir auch die hand zur unvernunft -

und über sehnsucht streifst Du die gamasche

lauthälsiger sommersbrunft ...

 

 

 

Streit-Wert ...

 

Nach allem Streiten

Ist Ruh' -

In all den Zeiten

Spürtest Du

Machtvolle Triebe,

Das Umweggetrampel verhallt schon -

Warte nur, bald schon

Siegt diese Liebe ...

 

 

 

beziehungs-weise

 

ach, wir sind ja so erfahren,

doch ... beziehungs-weise  kaum!

so entwickelt mit den jahren

jeder seinen liebes-traum ...

 

 

 

vorzeichen

 

mein blick schweift beunruhigt

über Dein wunderschönes haar,

über die silhouette Deiner anmut

und jene dunklen berghänge auch,

die uns das unfassbare ahnen lassen,

obschon uns das duftende glück noch betört ...

 

mein blick scheint getrübt

unter den tränen verzehrender sehnsucht,

unter der sinfonischen gewalt der einsamkeit

und jener tiefen einsicht auch

in den sinn allen sinnwidrigen wandels,

obschon uns der hauch der unsterblichkeit noch gehört ...

 

 

 

versöhnung

 

wo man fehler nicht vergibt,

ist kein ort des lebens -

jeder tag, den man nicht liebt,

scheint vergebens

 

wo man andre nicht versteht,

bleibt man selbst alleine -

was man inniglich begeht,

kommt ins reine

 

wo der gute wille fehlt,

folgt gar die verhöhnung -

nur von innen her beseelt

winkt versöhnung ...

 

 

 

Zuflucht

 

Da ich es auf den Himmel schiebe,

der echte Begegnung sät –

zum Beispiel geschwisterliche Liebe

und Spiritualität ...

 

Und da wir uns nicht mehr sehen werden,

abschiedslos, doch verbunden –

bleib’ ich Dein Guardian Angel auf Erden,

im Traum zu Dir gefunden ...

 

 

 

Kreisverkehr

 

Wie der Phönix aus der Asche

Wächst die Liebe immer neu,

Doch das Glück, das ich erhasche,

Bleibt mir selten lange treu ...

 

Denn der Virus der Routine

Greift die Unbedachtheit an -

Und mit rätselhafter Miene

Endet manche Liebe dann ...

 

Ja, das Glück hat 'was Gemeines,

Das Verliebtheit nie empfand -

Denn gewisslich scheint doch eines:

Nur der Wandel hat Bestand ...

 

Auch der Reife irrt nicht minder,

Alle Leidenschaft macht blind-

Weil wir niemals wieder Kinder

Und nie ganz erwachsen sind ...

 

Doch zuweilen bilden Triebe

Einen wundersamen Kreis:

Nur die eine Große Liebe

Endet nie, wie jeder weiß ...